Was Wasserhygiene Ihre Zahnarztpraxis wirklich kostet

Die meisten Praxen kennen den Preis ihres Desinfektionsmittels. Die Gesamtkosten der Wasserhygiene kennen die wenigsten, weil sie über das Jahr verteilt in verschiedenen Posten auftauchen.

Der Rechner führt diese Posten zusammen. Sie beantworten sechs Fragen zu Ihrer Praxis und erhalten die Auswertung per E-Mail. Dauer: rund drei Minuten.

Diese sechs Posten rechnet der Kalkulator zusammen

Wasserhygiene erzeugt zwei Arten von Kosten. Die einen fallen planbar jedes Jahr an. Die anderen treten unregelmäßig auf und sind deshalb im Budget selten sichtbar, obwohl sie oft den größeren Teil ausmachen.

Desinfektionsmittel und Verbrauchsmaterial

Der Posten, den jede Praxis kennt. Er hängt an der Zahl der Behandlungseinheiten und am eingesetzten Produkt. Dazu kommen die Arbeitszeit für das Ansetzen und Einfüllen sowie die Dokumentation der Anwendung.

Wasserproben und Laborkosten

Mikrobiologische Untersuchungen durch ein akkreditiertes Labor, dazu die Probenahme selbst. Für die Aussagekraft zählt dabei, wie viele Entnahmestellen beprobt werden. Eine Probe pro Praxis sagt wenig über die einzelne Behandlungseinheit aus.

Wichtig für die Aussagekraft: Wird mit Wasserstoffperoxid oder einem anderen Desinfektionsmittel gearbeitet, muss die Probe nach DIN EN ISO 19458 neutralisiert werden. Ohne Neutralisierung wirkt der Wirkstoff im Probengefäß weiter und das Ergebnis fällt besser aus, als der tatsächliche Zustand ist.

Intensivmaßnahmen an Behandlungseinheiten

Fällt eine Probe auffällig aus, folgt die Intensiventkeimung der betroffenen Einheit. Diese Maßnahme wird pro Einheit berechnet und bindet zusätzlich Behandlungszeit, weil die Einheit währenddessen nicht nutzbar ist.

Ausfallzeiten

Der Posten, der in keiner Rechnung auftaucht und trotzdem am teuersten ist. Eine stillstehende Behandlungseinheit erzeugt keinen Umsatz, während Miete, Gehälter und Leasingraten weiterlaufen. Schon ein halber Tag pro Einheit summiert sich über mehrere Einheiten spürbar.

Technikereinsätze

Anfahrt, Arbeitszeit und Material für Einsätze, die auf wasserhygienische Ursachen zurückgehen. Dazu zählen auch Termine, bei denen sich erst vor Ort herausstellt, dass Biofilm die Ursache war.

Reparaturen an wasserführenden Teilen

Schläuche, Ventile, Dichtungen und Instrumentenaufnahmen. Aquatischer Biofilm und ungeeignete Wirkstoffkombinationen greifen Material an. Die Folgekosten entstehen zeitversetzt und werden deshalb selten mit der Wasserhygiene in Verbindung gebracht.

Aus unserer 15-jährigen Erfahrung mit Zahnarztpraxen wissen wir: Mindestens 50 Prozent aller Praxen haben früher oder später Herausforderungen mit der Wasserhygiene. Die ersten drei Posten lassen sich gut kalkulieren. Die letzten drei entscheiden darüber, ob das Budget am Jahresende hält.

Was die Trinkwasserverordnung von Ihrer Praxis verlangt

Eine Zahnarztpraxis ist nach der Trinkwasserverordnung Betreiberin einer Trinkwasserinstallation. Daraus ergeben sich Pflichten, die unabhängig davon gelten, ob jemand sie einfordert.

Sie sind verantwortlich, nicht Ihr Lieferant

Die Verantwortung für die Wasserqualität in der Praxis liegt bei der Betreiberin oder dem Betreiber. Das Wasserversorgungsunternehmen haftet bis zur Übergabestelle, also bis zur Hauptwasseruhr. Alles dahinter ist Sache der Praxis.

Für Legionellen gilt ein Maßnahmenwert

Die Trinkwasserverordnung 2023 legt für Legionellen einen Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 Milliliter fest. Wird er überschritten, sind Untersuchungen zur Ursache und Maßnahmen zur Abhilfe erforderlich, dazu kommt die Anzeigepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt.

Dokumentation gehört zur Pflicht

Bei einer Begehung wird nicht nur nach dem Zustand gefragt, sondern nach dem Nachweis. Dazu zählen die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen, die Dokumentation der eingesetzten Wirkstoffe und ein nachvollziehbarer Plan, wie die Wasserqualität aufrechterhalten wird.

Was ein Wassersicherheitsplan leistet

Ein Wassersicherheitsplan beschreibt die wasserführenden Bereiche Ihrer Praxis, die jeweiligen Risiken und die daraus abgeleiteten Maßnahmen. Er ist das Dokument, mit dem Sie bei einer Begehung belegen, dass Sie das Thema systematisch bearbeiten und nicht anlassbezogen.

Mit dem SAFEDENTAL Hygienekonzept geben Sie diese Aufgaben in eine Hand. Zum Leistungsumfang gehören die Bestandsaufnahme vor Ort, der Wassersicherheitsplan, die jährliche Wartung, Wasserproben an jeder Einheit sowie Maßnahmen bei Kontamination. Die Umsetzung im Praxisalltag, also Spülplan und werktägliche Messung, bleibt beim Praxisteam. Genau dafür stellen wir die Dokumentations-App und die Einweisung bereit.

Die Betreiberin oder der Betreiber der Praxis. Das Wasserversorgungsunternehmen ist bis zur Übergabestelle am Hausanschluss zuständig, die Installation dahinter liegt in Ihrer Verantwortung.

Das richtet sich nach der Einstufung Ihrer Installation und den Vorgaben des zuständigen Gesundheitsamts. Neben der Häufigkeit zählt, an wie vielen Entnahmestellen beprobt wird, denn eine einzelne Probe lässt keinen Rückschluss auf die übrigen Einheiten zu.

Häufigste Ursache ist Biofilm in den wasserführenden Systemen, der von punktuell wirkenden Maßnahmen nicht erreicht wird. Hinzu kommt, dass viele Bakterien und Pilze das Enzym Katalase bilden, das Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff zerlegt und damit dessen Wirkung aufhebt.

Keimarm beschreibt eine deutliche Reduktion der Keimzahl, nicht deren vollständige Abwesenheit. Das ist der Zustand, der in einer Trinkwasserinstallation erreichbar ist. Von keimfreiem Wasser zu sprechen wäre fachlich falsch, denn das würde Sterilität bedeuten.

Beprobt wird das Wasser aus der Behandlungseinheit, und dafür nennt das Robert Koch-Institut einen Richtwert von unter 1 KBE pro Milliliter. Dieser Wert ist strenger als der Maßnahmenwert der Trinkwasserverordnung, weil Wasser aus der Behandlungseinheit als Aerosol eingeatmet und verschluckt werden kann.

Der Richtwert liegt bei unter 100 KBE pro Milliliter bei 36 Grad. Die zahnmedizinische S2k-Leitlinie zu den hygienischen Anforderungen an das Wasser (aktualisiert 2026) behandelt diesen Wert als Warngrenze und setzt die Eingriffsgrenze bei 500 KBE pro Milliliter. Höhere Werte sprechen für eine ausgedehnte Biofilmbesiedlung.

Ein auffälliges Ergebnis zieht eine Nachuntersuchung nach sich und, je nach Höhe des Werts, eine Intensivmaßnahme an der betroffenen Einheit. Welche Schritte im Einzelfall erforderlich sind, ergibt sich aus dem Befund und der Einstufung durch das Labor.

Die Behandlungseinheiten sind nur ein Teil der wasserführenden Systeme. Handwaschbecken, selten genutzte Leitungsabschnitte und Totstränge bleiben dabei unberücksichtigt und können die Einheiten erneut besiedeln.

Das hängt vom Ausgangszustand und vom Umfang des vorhandenen Biofilms ab. Eine belastbare Aussage dazu ergibt sich erst aus der Bestandsaufnahme vor Ort und den ersten Wasserproben.

Bestandsaufnahme vor Ort, Wassersicherheitsplan, Installation, jährliche Wartung inklusive Reparaturen, Wasserproben an jeder Behandlungseinheit, Maßnahmen bei Kontamination sowie die Dokumentation über die WDS-App. Abgerechnet wird über eine feste monatliche Rate.

Ihre Zahlen, Ihre Entscheidung

Die Auswertung zeigt Ihnen, wo Ihre Praxis heute steht und an welchen Stellen Geld gebunden ist. Was Sie daraus machen, entscheiden Sie. Wenn Sie die Punkte gemeinsam durchgehen möchten, setzen Sie im Formular das entsprechende Häkchen.