Steigende Temperaturen und Praxisferien erhöhen im Sommer das Legionellen-Risiko in Wasserleitungen. Diese fünf Punkte helfen beim sicheren Neustart nach der Sommerpause.
Was Zahnarztpraxen nach der Praxispause beachten sollten
Steigende Außentemperaturen erhöhen im Sommer das Risiko für mikrobielles Wachstum in Trinkwasserinstallationen deutlich. Das betrifft auch die wasserführenden Systeme in Zahnarztpraxen, wo Wasser direkt im Behandlungsumfeld genutzt wird.
Aktuelle Ergebnisse aus dem Schweizer LeCo-Projekt der Eawag (Legionella Control in Buildings, 2020 bis 2025) zeigen: Gebäudewassersysteme erreichen im Sommer häufiger kritische Temperaturbereiche. Einzelmessungen allein reichen dabei nicht aus, um das Risiko zuverlässig zu senken.
Warum Sommerhitze das Legionellen-Risiko erhöht
Legionellen vermehren sich bevorzugt in einem Temperaturbereich zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Steigende Außentemperaturen und längere Stagnationszeiten im Wasser schaffen genau diese Bedingungen.
Betroffen sind nicht nur Warmwassersysteme. Auch Kaltwasserleitungen werden im Sommer relevant, wenn ihre Temperatur dauerhaft über 25 Grad Celsius steigt.
Warum das für Zahnarztpraxen besonders relevant ist
In Zahnarztpraxen durchläuft Wasser mehrere wasserführende Systeme und wird direkt im Behandlungsumfeld eingesetzt. Steht es zu lange oder liegt die Temperatur im kritischen Bereich, vermehren sich Mikroorganismen leichter.
In dentalen Behandlungseinheiten kommen dabei einige bauliche Besonderheiten zusammen, die das Risiko zusätzlich erhöhen:
- Geringe Schlauchvolumina: Die Wasserleitungen in den Behandlungseinheiten haben einen sehr kleinen Durchmesser. Kleine Wassermengen erwärmen sich schneller als größere Volumina in klassischen Trinkwasserleitungen.
- Lichtdurchflutete Behandlungszimmer: Praxisräume sind oft großflächig verglast. Direkte Sonneneinstrahlung kann Geräte und Leitungen im Raum zusätzlich aufheizen.
- Fehlende Isolierung einzelner Stränge: Die einzelnen Wasserstränge innerhalb der Behandlungseinheit sind in der Regel nicht isoliert. Ihre Temperatur folgt damit direkt der Umgebungstemperatur im Zimmer.
In Kombination mit Stagnation während der Praxisferien entstehen so über Wochen warme, stehende Wasserabschnitte in unmittelbarer Nähe zur Behandlung.
Fünf Empfehlungen für den Neustart nach der Sommerpause
- Wasserentnahmestellen gründlich durchspülen: Nach längeren Schließzeiten alle Entnahmestellen spülen, bis stabile Temperaturen erreicht sind.
- Warmwasser thermisch stabilisieren: Den Warmwasserbereiter vor Praxisstart auf mindestens 60 Grad Celsius bringen. Das begrenzt das Wachstum von Legionellen.
- Behandlungseinheiten aktiv durchspülen: Wasserführende Systeme in den Einheiten gemäß Herstellervorgaben spülen und aufbereiten.
- Stagnation vermeiden: Automatische Spülprogramme aktivieren oder organisatorisch für regelmäßigen Wasseraustausch sorgen.
- Kaltwasser kontrollieren: Kaltwasserleitungen möglichst unter 20 Grad Celsius halten. Temperaturen über 25 Grad Celsius fördern die Vermehrung von Mikroorganismen.
Wasserprobe nach der Sommerpause: der einzige sichere Nachweis
Spülen, thermische Stabilisierung und ein funktionierendes Spülprogramm senken das Risiko für mikrobielles Wachstum. Ob diese Maßnahmen im Einzelfall ausreichend gewirkt haben, zeigen sie allein nicht.
Farbe, Geruch und Geschmack des Wassers lassen keinen Rückschluss auf die tatsächliche Keimzahl zu. Nur eine mikrobiologische Wasserprobe direkt an der Behandlungseinheit liefert ein gesichertes Ergebnis.
Die fünf Sofortmaßnahmen oben schaffen die Grundlage für den Neustart. Eine Wasserprobe an jeder Behandlungseinheit zeigt darüber hinaus, wie es um die tatsächliche Wasserqualität nach der Schließzeit steht. Ohne diese Probe bleibt das Ergebnis eine Annahme.
Wie Blue Safety Praxen dabei unterstützt
Mit SAFEDENTAL übernehmen Praxen die Wasserhygiene nicht allein. Das Konzept verbindet Analyse, kontinuierliche Aufbereitung über die SAFEWATER 4.2 Anlage, Wasserproben und Dokumentation in einem Servicevertrag.
So sorgen Praxen für kontinuierlich keimarmes Trinkwasser an ihren Entnahmestellen, ohne die Wasserhygiene selbst managen zu müssen.
Wer sich unsicher ist, wie es um die eigene Praxis steht, kann das mit einem kostenlosen Hygiene-Check klären:
Mehr zum Thema in der Fachpresse
Auch andere Fachmedien haben zuletzt über Wasserhygiene und Legionellen-Risiko in der Zahnmedizin berichtet:
- dental:spiegel – „Sommerhitze erhöht Legionellen-Risiko: Blue Safety warnt vor Stagnation in Wassersystemen“
- Dentalwelt (Spitta) – „Warum Spülpläne und Wasserproben für Zahnarztpraxen unverzichtbar sind“
- mgb dental – „Sicherer Start nach der Sommerpause“





