Von Indien in die Arktis – gefährliche Antibiotikaresistenz breitet sich schnell aus

Forscher der Universität Newcastle (Großbritannien) haben bei Bodenproben in der Arktis multiresistente Keime gefunden. Die Entdeckung ist besorgniserregend: Die Bakterien enthalten Super-Antibiotikaresistenzgensequenzen. Das heißt, sie sind gegen Antibiotika immun. Diese Gensequenzen waren zuvor nur bei Bakterien in Indien bekannt.

Antibiotikaresistenz in der Arktis

Das Wall Street Journal berichtete in der vergangenen Woche über eine erschreckende Entdeckung: Forscher fanden in der norwegischen Arktis Keime mit antibiotikaresistenten Gensequenzen. Ähnliche Sequenzen kamen bisher nur im indischen Grundwasser vor – demnach an einem Ort mehr als 12.000 Kilometer entfernt. Weniger als drei Jahre nach dem ersten Nachweis finden sich diese Gene nun auch in einem Gebiet, das kaum nur von Menschen bevölkert ist.

Auf welchem Weg die antibiotikaresistenten Gene in die Arktis gelangten, ist unklar. Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass sie beispielsweise durch die Ausscheidungen von Zugvögeln übertragen wurden.

Super-Gen NDM-1 – eine lebensbedrohliche Gefahr

In den Proben wurde unter anderem das Gen NDM-1 nachgewiesen, das Multiresistenzen in Mikroorganismen verursacht – Bakterien werden beispielsweise gegen Antibiotika immun, was sie noch bedrohlicher macht. Dies ist für den Menschen besonders gefährlich, da so die Heilung von Infektionen erschwert, teilweise sogar verhindert wird.

Mehrere Zehntausend Menschen in Europa infizieren sich jährlich insgesamt durch verschiedenste Bakterien, oft mit tödlichen Folgen. 2015 starben in Deutschland etwa 2400 Menschen an einer Infektion. Nicht einmal Reserveantibiotika, welche nur im äußersten Notfall eingesetzt werden, helfen noch bei einer Infektion mit multiresistenten Keimen, die diese Gene in sich tragen – lediglich Colistin, das Leberschäden verursacht, wirkte bisher.

Antibiotika-Resistenzen nehmen zu

Bakterien mit antibiotikaresistenten Genen, wie NDM-1, sind besonders erschreckende Beispiele. Doch die Themen Keime und Antibiotikaresistenzen begleiten Sie auch im Alltag, beispielsweise als Zahnarzt einer Praxis: Liegt eine schlechte Basishygiene vor, steigen auch die Infektionsraten. Das wiederum fordert einen höheren Einsatz von Antibiotika, um die Infektion zu bekämpfen. „Irgendwann befinden wir uns in einem Teufelskreis, aus dem wir nicht mehr herauskommen. Es gibt dann keine Antibiotika mehr, die uns vor tödlichen Erkrankungen schützen können“, berichtet Dr. Susie Weber, Zahnärztin und Hygienebeauftrage der ‘Zahnärzte im Rheinauhafen’ in Köln.

Das A und O: Hygiene

Um zunehmenden Resistenzen entgegenzuwirken, ist eine geschlossene Hygienekette in den Praxen existenziell. Gerade im Bereich des Wassers wird dies jedoch oft vernachlässigt. „Wasserhygiene ist ein sehr wichtiges Thema im Bereich des Infektionsschutzes. Da sollte sich jeder informieren und etwas dafür tun“, unterstreicht Weber ausdrücklich.

 Dr. Weber berät zusammen mit Wasserexperten auf der IDS

In der Innovationshalle 2.2 am Stand A30 B39 und A40 B49 beraten Sie die Wasserexperten von BLUE SAFETY individuell zu Ihrer Wasserhygiene. Am Freitag und Samstag (15. und 16. März) steht Ihnen auch Dr. Weber für Fragen und Beratung zu Verfügung. Sie berichtet unter anderem selbst über Ihre Erfahrungen mit Keimen im Wasser Ihrer Praxis.

Vereinbaren Sie einfach hier einen Beratungstermin für Ihren Messebesuch. Alternativ beraten wir Sie auch jederzeit abseits des Messetrubels unverbindlich in Ihrer Praxis: Anmeldung einer kostenfreien Sprechstunde Wasserhygiene unter 00800 88 55 22 88 oder hier.

 

Quellen:

Focus (2019): Antibiotika wirkungslos: Super-Bakterium breitet sich rasend schnell aus

McCann, C. et al. (2019): Understanding drivers of antibiotic resistance genes in High Arctic soil ecosystems, In: Environment International

Newcastle University (2019): ‚Superbug gene‘ found in the most remote places on earth

The Wall Street Journal (2019): Superbug From India Spread Far and Fast, Study Finds

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