Superbugs: Antibiotikaresistenzen auf dem Vormarsch

Vor einigen Tagen veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung einen Beitrag von Kathrin Zinkant zu antibiotikaresistenten Genen im Boden der norwegischen Tundra. Zikant behandelt unter anderem die Verbreitungsprobleme – ein präsentes Thema, das immer wieder in den Medien diskutiert wird.

Forscher fanden im arktischen Eis Keime mit antibiotikaresistenten Genen, BLUE SAFETY berichtete. Auch Kathrin Zinkant von der Süddeutschen Zeitung veröffentliche nun zu diesem Thema einen Bericht, der das Thema Bakterien erneut aufgreift und weitere spannende Einblicke liefert. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für Sie zusammengefasst.

Bakterielle Funde im arktischen Boden

131 verschiedene genetische Spuren bakteriellen Widerstands – auch als Resistenzen bekannt – wurden von einem Forscherteam im Boden des norwegischen Spitzbergen identifiziert. Darunter eine besonders gefürchtete: gegen Antibiotika. Laut Forscherteam sei dies ein „Beweis für die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in internationalem Maßstab“.

Die Autorin empfiehlt in diesem Zusammenhang den Dokumentarfilm „Resistance Fighters“, der am 19. März auf Arte ausgestrahlt wird. Auch hier geht es um die gefährlichen Resistenzen sowie die seit Jahrzehnten stagnierende Entwicklung neuer Antibiotika, die noch gegen die Bakterien helfen.

Wie machen die Superkeime das?

Bakterien finden viele Auswege, um sich dem pharmakologischen Zugriff zu entziehen: So spalten sie die Arzneistoffe, verändern ihre Struktur, damit die Antibiotika nicht mehr binden können oder pumpen diese aus ihren Zellen heraus. All das geschieht beispielsweise durch Mutationen. So entstehen Superkeime, die meist gegen mehr als nur ein Antibiotikum immun sind – teilweise selbst gegen die letzten Reserve-Arzneien.

Und scheinbar sind diese „superbugs“ – wie Antibiotika resistente Organismen auch genannt werden – überall: So wurden Spuren unter anderem in Tierställen, in Badegewässern, in Krankenhäusern, auf Lebensmitteln und nun auch im Boden der norwegischen Tundra gefunden.

Der stellvertretende Leiter des Fachgebiets Krankenhausinfektion und Überwachung von Antibiotikaresistenz am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, Sebastian Haller, erzählt gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Ich kann verstehen, wenn eine solche Nachricht die Menschen erschreckt.“ Dennoch hält er laut Zinkant nichts von Panikmache, wie die oft zitierten zehn Millionen Menschen, die 2050 jährlich an antibiotikaresistenten Bakterien sterben sollen. „Solche Projektionen gehen von übertriebenen Annahmen aus“, sagt der Experte. „Antibiotikaresistenzen sind älter als der Mensch und sehr viel älter als Penicillin und seine Nachfolger. Die Idee, dass diese Gefahren neu entstehen und sich dann sehr schnell ausbreiten, führt deshalb etwas in die Irre.“

Eher lokale als globale Verbreitungsprobleme

Zudem verbirgt sich hinter manchen Bezeichnungen nicht ein einziger gefährlicher Keim, sondern eher eine sehr große Gruppe unterschiedlichster Bakterien. Von diesen sind die meisten natürlicherweise sowieso im Körper und damit nicht automatisch schädlich, ob mit oder ohne Resistenzen. Jedoch können diese Keime bei besonders geschwächten Personen gefährliche Infektionen auslösen – ein Beispiel ist der Krankenhauskeim Acinetobacter baumannii.

Laut Haller ist das Verbreitungsproblem eher ein lokales als ein globales. Das bedeutet, diese Gefahren müssen nicht erst aus dem Ausland, wie Indien oder China, eingeschleppt werden. Für den Menschen gefährliche Multiresistenzen entstehen überwiegend direkt im Menschen selbst, so Haller.

Entscheidend: Die richtige Einnahme von Antibiotika

Jede Einnahme von Antibiotika fördert den Experten zufolge die Resistenzen – vor allem wenn die Medikamente in falschen Dosierungen oder über falsche Zeiträume eingenommen werden. Daher ist wichtig, den Einsatz von Antibiotika zu optimieren und auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Denn auch alternative Behandlungsoptionen, Bildung und Hygiene können helfen.

Laut Zinkant zeigen aber Beispiele wie in Spitzbergen deutlich, „dass der Mensch vor bakteriellen Resistenzen nie und nirgends sicher sein wird. Er muss lernen, mit ihnen umzugehen. Je eher Antibiotika deshalb zum Sonderfall statt zur Regel werden, desto besser.“

Eine geschlossene Hygienekette ist existenziell

Ein Ansatz Resistenzen entgegenzuwirken beginnt in der Dentalbranche beim Wasser. So ist Wasserhygiene integraler Bestandteil einer geschlossenen Hygienekette und damit für den Infektionsschutz unerlässlich. Mit dem SAFEWATER Hygiene-Technologie-Konzept hat BLUE SAFETY eine Lösung, die an sämtlichen Austrittsstellen der Dentaleinheiten hygienisch einwandfreies Wasser garantiert. Für den Schutz der Gesundheit von Patient, Praxisteam und Behandler.

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Hinweis: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Quellen:

Berliner Zeitung (2019): Film-Trailer. Antibiotika-Resistenz – Die globale Gefahr, URL: https://www.berliner-zeitung.de/kultur/medien/film-trailer-antibiotika-resistenz—die-globale-gefahr-32061992

Newcastle University (2019): ‚Superbug gene‘ found in the most remote places on earth, URL: https://www.ncl.ac.uk/press/articles/latest/2019/01/arcticbugs/

Süddeutsche Zeitung (2019): Begraben in Spitzbergen, URL: https://www.sueddeutsche.de/politik/bakterien-begraben-in-spitzbergen-1.4341596

 

Quelle Fotos:

Acinetobacter baumannii, Rasterelektronenmikroskopie: Gudrun Holland (Kolorierung: Michael Laue/RKI)

Spitzbergen: Chris Marquardt, unsplash

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