Papst: „Nur wo sauberes Wasser ist, ist Leben“

Der Papst appelliert in einer Rede daran, das grundlegende Recht auf Wasser für alle Menschen zu garantieren.

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Das Recht auf einen Zugang zu sauberem Wasser ist ein grundlegendes Menschenrecht – und muss als solches von politischen wie privaten Akteuren garantiert werden. Diesen Appell an die Weltöffentlichkeit sprach Papst Franziskus am Freitagnachmittag, dem 24. Februar 2017 bei einem Workshop der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften aus. An der Tagung mit dem Titel „Das Menschenrecht auf Wasser: Eine interdisziplinäre Studie über die zentrale Rolle der Politik im Wassermanagement und Umweltdienstleistungen“ nahmen hochkarätige Vertreter aus Religion, Wissenschaft und Politik aus verschiedenen Ländern teil.

Die Fragen, die die Kongressteilnehmer behandelten, seien keineswegs „marginal“, so der Papst in seiner Ansprache, sondern vielmehr „wesentlich“ und „dringlich“: „Wesentlich, denn wo es Wasser gibt, gibt es Leben, und somit kann die Gesellschaft entstehen und sich entwickeln. Und dringlich, weil unser gemeinsames Haus Schutz nötig hat und mehr noch, damit man versteht, dass nicht alles Wasser Leben ist: sondern nur das sichere und reine Wasser.“ Jeder Mensch habe das Recht auf trinkbares und sicheres Wasser, fuhr der Papst fort. Dieses Problem gehe „alle an“ und müsse auch durch die Politik als zentral erkannt werden. Denn das Recht auf Wasser beinhalte auch die Pflicht für das Wasser zu sorgen: „Es ist unerlässlich, dieses grundlegende Menschenrecht auszusprechen und zu verteidigen – so wie es getan wird – aber auch, auf konkrete Art und Weise vorzugehen und einen politischen wie gesetzlichen Einsatz für das Wasser zu garantieren,“ so der Papst.

In diesem Sinn sei jeder Staat dazu aufgerufen, auch mit gesetzlichen Maßnahmen die Resolutionen umzusetzen, die die Vereinten Nationen im Jahr 2010 zum Menschenrecht auf Trinkwasser und Wasser für die persönliche Hygiene verabschiedet haben, erinnert Franziskus an die Pflicht der Staaten. Es sei „schmerzhaft”, zu sehen, wie die Gesetzgebung einzelner Länder dieses Menschenrecht missachte, aber noch schmerzlicher, wenn man bereits bestehende Gesetze wieder streiche und somit dieses Menschenrecht entziehe, so der Papst, ohne einzelne Staaten beim Namen zu nennen. Denn: „Das Recht auf Wasser ist maßgeblich für das Überleben der Menschen und entscheidet die Zukunft der Menschheit. Es ist vordringlich, die kommenden Generationen auch zu erziehen im Hinblick auf den Ernst dieser Lage. Die Gewissensbildung ist eine schwierige Aufgabe; sie erfordert Überzeugung und Hingabe. Und ich frage mich, ob wir mitten in diesem Dritten Weltkrieg in Stücken, den wir gerade erleben, nicht auf dem Weg zu einem großen Weltkrieg um das Wasser sind…”

Die Zahlen, die die Vereinten Nationen vorlegten, sprächen eine deutliche Sprache und dürften niemanden unbeteiligt lassen, mahnte der Papst: „1000 Kinder sterben täglich durch Krankheiten, die mit dem Wasser in Verbindung stehen; Millionen von Menschen konsumieren verunreinigtes Wasser. Es handelt sich um gravierende Daten; man muss diese Tendenz bremsen und umkehren. Es ist noch nicht zu spät, aber es ist dringlich, ein Bewusstsein für den Bedarf an Wasser und seinen grundlegenden Wert für die Menschheit zu entwickeln.“

Denn, so schloss Franziskus seinen eindringlichen Appell, wenn man dieses grundlegende Menschenrecht missachte, dann werde es um so schwieriger, auch für die anderen Menschenrechte einzustehen und für diese zu kämpfen.

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