Food Art Week 2019 verband Wasser mit Kunst, Nachhaltigkeit und Nahrung

Die sogenannte Food Art Week verbindet jedes Jahr gesellschaftlich und politisch relevante Themen mit der Lebensmittelindustrie. 2019 widmete sich das Leitthema des Events dem Komplex Wasser. BLUE SAFETY sprach mit der Künstlerin und Initiatorin Tainá Guedes über das Ereignis und ihre Beweggründe.

Taina Guedes

Tainá Guedes – sie ist Künstlerin, Buchautorin und Köchin und ihr Herz schlägt für Nachhaltigkeitsthemen und Nahrungsmittel. Aus purer Leidenschaft rief die gebürtige Brasilianerin vor einigen Jahren die Food Art Week ins Leben. Mit dem gemeinnützigen Projekt verfolgt Guedes das Ziel, mittels Kunst ein stärkeres Bewusstsein für die Verfügbarkeit von Lebensmitteln und den Umgang mit der Umwelt zu schaffen. Jedes Jahr greift die Wahlberlinerin ein anderes Schwerpunktthema für die Veranstaltung auf – 2019 fiel die Entscheidung auf das Lieblingselement von BLUE SAFEETY: Wasser.

Das Ergebnis? Während des gesamten Augusts durften Besucher auf dem Steinplatz in Berlin Gewächshäuser mit Kunstinstallationen zum Thema Wasser und Lebensmittelproduktion besichtigen, die Guedes in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern erschuf. Am 17. August fand die Food Art Week mit einem bunten Wasserprogramm, einer kreativen Kunstausstellung, Workshops und Diskussionen ihren Höhepunkt. Im Gespräch mit den Wasserexperten berichtete Guedes von ihren Eindrücken und Beweggründen.

BLUE SAFETY: Sie waren monatelang mit den Vorbereitungen zugange. Nun liegt Ihr persönliches Highlight hinter Ihnen. Wie war es?

Guedes: Es war super! Knapp 1.000 Besucher waren vor Ort, um Teil der Food Art Week zu sein. Mit 150 Leuten haben wir das Event im Vorfeld gestaltet – darunter Künstler aus aller Welt wie aus Japan, Südafrika, den Niederlanden, Frankreich oder Australien.

Mit dem Steinplatz fand die Veranstaltung zum ersten Mal in einem so öffentlichen Rahmen statt: Im letzten Jahr waren wir mit Paris und Mexico Stadt gleich in zwei Metropolen in denen wir verschiedene privatere Locations hatten. In Mexico Stadt beispielsweise war eine der Hauptlocations ein Museum mit einer Fläche von etwa 4.000 Quadratmetern. Dieses Jahr konzentrierten wir uns auf einen zentralen Ausrichtungsort. Eine Premiere.

Unsere Ausstellung lockte alle Gesellschaftsgruppen an, von den Reichsten bis zu den Ärmsten – wirklich beeindruckend. Alle verstanden sich prächtig und sahen wie wichtig es ist, zusammenzuarbeiten. Denn wir leben auf einem Planeten, auf dem jeder dazu beiträgt, unsere Umwelt und das Wasser zu schützen.

BLUE SAFETY: Warum steht in diesem Jahr Wasser im Mittelpunkt?

Guedes: Vor einiger Zeit sprach ich mit dem Präsidenten der Berliner Wasserbetriebe – er ist ein Freund von einem Freund – über das Thema Wasser. Das Gespräch regte mich zum Nachdenken an und schnell wurde mir klar, dass wir etwas unternehmen müssen. Denn die Lebensmittelindustrie verschmutzt die Umwelt und das Wasser mit Antibiotika, Pestiziden und Mikroplastik. Zwar versuchen Wissenschaftler, das Wasser zu reinigen, aber das ist nicht vollständig möglich.

"One for all. All for One"-Kunstwerk von Romane Jonet

“One for all. All for One” – Kunstwerk von Romane Jonet, Designstudent der FH Düsseldorf.

So wusste ich, dass Wasser das nächste Thema für die Food Art Week sein muss. Und dann starteten wir mit den Vorbereitungen. Über ein Jahr dauerte es alles vorzubereiten.

BLUE SAFETY: Wie waren die Reaktionen der Besucher auf das Thema?

Guedes: Vielen Besuchern war die Thematik gar nicht bewusst, denn sie erleben hier in Deutschland keine Wasserkrise. Durch die Food Art Week lernten sie Perspektiven aus der ganzen Welt kennen. Denn die internationalen Gast-Künstler sprachen über ihre Erfahrungen oder verdeutlichten sie durch ihre Kunst. Und auch Politiker, Schüler, Studierende, Wasserbetriebe und Biobauern waren vor Ort, um über ihre Ansichten zu sprechen.

Jeder konnte den öffentlichen Raum nutzen und seine Stimme einbringen. Es wurde mehr denn je bewusst, dass wir etwas für unser Wasser tun müssen.

BLUE SAFETY: Was hat Sie dazu verleitet, die Food Art Week ins Leben zu rufen?

Guedes: Mein Vater war Makrobiotiker und meine Mutter Künstlerin, daher kam ich schon früh mit dem Thema Lebensmittelverfügbarkeit in Berührung. Schlagworte wie Bio, regional und nachhaltig waren schon immer Teil meines Lebens. Als gelernte Köchin begleitete mich stets auch die Liebe zur Kunst – zum Beispiel bei der Speisenkreation.

Ich entschied mich, etwas Sinnvolles aus meinem Leben zu machen und reiste durch die Welt. Ich schrieb zwei Bücher zum Thema Nahrungsmittelverschwendung, merkte aber schnell, dass die Menschen nicht ganz verstanden, was ich sagen wollte. Also begann ich Kunst und Nahrung zu kombinieren, denn jeder muss Essen. Essen verbindet. Kombiniert mit Kunst waren die Rezipienten plötzlich viel aufmerksamer und offener. Sie wollten über das Thema sprechen.

2014 gründete ich dann meine eigene Galerie, die Entretempo Kitchen Galery. Hier führte ich mit Partnern, Künstlern aus aller Welt, Schülern und Studierenden verschiedene Projekte durch und experimentierte viel. Wir taten im Grunde schon das, was wir heute mit der Food Art Week tun.

Zum einjährigen Bestehen veranstalteten wir dann die erste Food Art Week, die Kunst, Essen und Nachhaltigkeit verband. Es gab 60 Veranstaltungen, 100 Künstler und 10.000 Besucher. Es folgten immer weitere Anfragen unter anderem aus Los Angeles, Hongkong, Tokyo und Paris und das Event wuchs.

BLUE SAFETY: Wie geht es nun weiter?

Guedes: Am 1. September geht die Food Art Week in Australien weiter. Danach stehen weitere Stationen in Mexico, Taiwan und Äthiopien auf dem Programm. Dabei dreht es sich immer um Wasser. Auch künftige Themen werden in den nächsten Jahren sicherlich auf die Relevanz des Wassers zurückkommen, denn alle Nachhaltigkeitsthemen sind stets eng verknüpft.

Die Food Art Week ist nicht nur ein Kunstfestival, sondern eine starke Bewegung mit großem Bildungscharakter. Mir liegt es am Herzen, Nachhaltigkeitsthemen in die Welt hinauszutragen. Es ist mir wichtig, alle Personengruppen anzusprechen, denn Wasser verbindet uns. Das wissen ja auch Sie von BLUE SAFETY. Ich finde es klasse, dass Sie sich für sauberes Wasser einsetzen, denn gerade im medizinischen Bereich nimmt Wasserhygiene ja eine relevante Rolle ein. Unser Engagement für Wasser verbindet uns.

BLUE SAFETY: Vielen Dank, Frau Guedes.

Erfahren Sie mehr zu den Projekten von Tainá Guedes und zur Food Art Week. Wenn auch Sie sich für die Wasserhygiene in Ihrer Praxis einsetzen möchten, vereinbaren Sie doch eine kostenfreie Sprechstunde Wasserhygiene mit BLUE SAFETY unter 00800 88 55 22 88 oder mit Hilfe des Online-Formulars.

 

Quelle Fotos:

Iara Guedes, Ciya Clara Rädler

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